Die geringe Gebäudetiefe bringt Tageslicht von beiden Längsseiten tief in die Räume. Die auskragenden Deckenscheiben verschatten die Fenster bei hochstehender Sommersonne, während die flach einfallende Wintersonne die Innenräume erreicht.
Das schmale Hanggrundstück liegt an der Ecke Auf dem Hauserberg / Deutschherrenberg in Wetzlar. Es fällt über zwei Meter ab, und der Bebauungsplan begrenzt die bebaubare Breite zusätzlich auf 8,40 Meter. Deshalb war es noch zu haben. Auf zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss verteilen sich fünf Einheiten: vier Wohnungen und das Architekturbüro von Gronych + Dollega.
Vom Penthouse reicht der Blick über die Stadt bis ins Tal. Versetzt angeordnete Terrassen und Balkone geben jeder Einheit einen eigenen Außenraum und rahmen jeweils einen anderen Ausschnitt des Blicks.
Rund sind nur die Terrassen, der Baukörper dazwischen bleibt gerade. So bleibt die Konstruktion wirtschaftlich, während die Rundung den Raumeindruck bestimmt. Decke und Boden laufen über die Glasfassade hinaus bis zur Brüstung. Der Wohnraum reicht damit optisch bis in die Rundung. Zwei V-Stützen aus Stahl tragen jeweils die auskragende Scheibe.
Fest eingebaute Küchen, Garderoben und Raumteiler gliedern die offenen Grundrisse, ohne sie festzulegen. Die übrigen Flächen bleiben frei für individuelle Möblierung. Im Architekturbüro führt ein skulpturaler, multifunktionaler Besprechungstisch dieses Prinzip als freistehendes Raumelement weiter.
Räuchereiche liegt im ganzen Haus auf dem Boden, auch in den Bädern. Dort zieht sie über eine ganze Wand hoch. Im Treppenhaus trifft das sichtbare Brettsperrholz auf einen grünen Einbau.
Die geringe Gebäudetiefe bringt Tageslicht von beiden Längsseiten tief in die Räume. Die auskragenden Deckenscheiben verschatten die Fenster bei hochstehender Sommersonne, während die flach einfallende Wintersonne die Innenräume erreicht.
Das 35 Meter lange Gebäude wurde als vorgefertigter Holzständerbau errichtet. Treppenhaus und Aufzugsschacht bestehen aus Brettsperrholz. Ein halbes Geschoss unterhalb der Zufahrt am Deutschherrenberg liegen überdachte Stellplätze statt einer Tiefgarage. Von dort führt ein zweiter Zugang direkt ins Treppenhaus mit Aufzug.
Beheizt und gekühlt wird über Erdwärme mit horizontalem Flächenkollektor. Dünne, engmaschige Kapillarrohrmatten liegen oberflächennah in Boden und Decke. Die großen aktivierten Flächen ermöglichen niedrige Systemtemperaturen und damit einen effizienten Betrieb der Wärmepumpe. Zugleich erhöht der hohe Anteil an Strahlungswärme die Behaglichkeit der Räume. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ergänzt das Energiekonzept.
Projekt: Auf dem Hauserberg
Ort: Wetzlar, Hessen
Fertigstellung: 2015
Nutzung: vier Wohnungen und ein Architekturbüro
Architektur: Gronych + Dollega Architekten
Grundstück: schmales Eckgrundstück am Hang, bebaubare Breite 8,40 m
Gebäude: 35 m lang, zwei Vollgeschosse und Staffelgeschoss
Konstruktion: vorgefertigter Holzständerbau, Treppenhaus und Aufzugsschacht aus Brettsperrholz
Energiekonzept: Erdwärme über horizontalen Flächenkollektor, Kapillarrohrmatten in Boden und Decke, Photovoltaik
Besonderheit: runde Terrassen vor einem geraden Baukörper, auskragende Scheiben auf V-Stützen aus Stahl
WWArchitecture 2019
Archipendium 2020
Tag der Architektur 2015
Architecture MasterPrize 2018 – Live + Work Hauserberg
International Architecture Award 2018 – Live + Work Hauserberg
Green GOOD DESIGN Award 2017 – Live + Work Hauserberg
MUSE Design Awards 2020 – Live + Work Hauserberg
DNA Paris Design Awards 2019 – Live + Work Hauserberg
Outstanding Property Award London 2020 – Live + Work Hauserberg
BauNetz Architekt:innen – Wohnen und Arbeiten auf dem Hauserberg
German-Architects / World-Architects – Gronych + Dollega Architekten