Architektur in Bad Homburg bedeutet oft: Bauen unter Auflagen. Bei dieser Villa im Hardtwald führte genau das zu einer unerwartet freien Architektur zwischen Bäumen. Die Villa entstand unter strengen Vorgaben des Bebauungsplans: ein kleines Baufenster, definierte Dachformen, schützenswerter Baumbestand. Doch gerade diese Einschränkungen führten zu einem Gebäude, das Natur und Architektur in einen intensiven Dialog bringt.
Ziel war es, auf begrenztem Raum fließende Übergänge zwischen Innen und Außen zu schaffen. Große Glasflächen öffnen den Blick in den Wald. Eine Wasserfläche direkt an der Fassade spiegelt das Licht und holt die Umgebung in die Wohnräume. Das Zusammenspiel von Baumkronen, Lichtreflexen und Architektur erzeugt wechselnde Stimmungen – je nach Tageszeit und Jahreszeit.
Die Villa nutzt das Baufenster nicht nur aus, sondern transformiert es in einen Raum voller Ruhe, Tiefe und Leichtigkeit. Eine Architektur, die zeigt, wie aus Begrenzung Atmosphäre entsteht.
Die reduzierte Materialwahl – Sichtbeton, Glas und Holz – unterstützt die Klarheit des Entwurfs. Die skulpturale Gaube über dem Eingang verleiht dem Gebäude eine starke Geste und schafft zugleich einen geschützten Übergang zwischen außen und innen.
Die Villa in Bad Homburg wurde im Rahmen des Tags der Architektur 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt. Besucher konnten das Zusammenspiel aus Architektur, Wald und Wasser vor Ort erleben – ein Beispiel dafür, wie aus klaren Vorgaben eine sinnliche Architektur entsteht.